Association
Dominic Fiel and Sandy Lin - Plastic is Fantastic Association
Mitglieder im Dialog: Sandy Lin, Director of Global Business Development Da Fon

“Abfall ist lediglich falsch platzierter Wert“

26.08.2026

Sandy Lin, Director bei Da Fon Environmental Technology und Cluster Manager Asia der PiFA, treibt die Transformation globaler Lieferketten aus dem Herzen des asiatischen Recyclingsektors voran. Im yes or no-Interview erläutert sie wie regionale Fertigungsdisziplin auf internationale Compliance trifft. Getragen von der Mission „Zero Waste, Full Circularity“ zeigt sie, wie nachvollziehbare Daten Post-Consumer-Kunststoff zu einer hochvertrauenswürdigen, strategischen Ressource machen.

 

Das Netzwerk: Plastic is Fantastic Association

Warum ist Da Fon Environmental Technology Mitglied der Plastic is Fantastic Association?

Weil die globale Debatte Balance braucht. Die westliche Welt ist oft stark emotional und anti-plastik. In Asien sehen wir Kunststoff anders: Er ist eine normale Notwendigkeit des täglichen Lebens. Als asiatisches Recyclingunternehmen sehen wir die Abfallherausforderungen klar, aber wir sehen auch das enorme industrielle Potenzial. Die PiFA bietet die globale Plattform, um diese Perspektiven zu verbinden und zu beweisen, dass Kunststoff eine wertvolle Ressource ist, wenn er verantwortungsvoll gestaltet, effektiv gesammelt und transparent verifiziert wird.

Welche Zukunft von Kunststoff verbinden Sie mit der Plastic is Fantastic Association?

Eine Zukunft, in der Kunststoff nicht länger in einer einfachen Gut-oder-Schlecht-Debatte gefangen ist. Ich stelle mir ein System vor, in dem Materialien wertgeschätzt und nicht verschwendet werden. In dieser globalen Kreislaufwirtschaft werden Produkte für ihr nächstes Leben gestaltet, Recyclingnetzwerke sind robust und Nachhaltigkeitsversprechen durch belastbare Daten belegt. Die PiFA hilft, die Diskussion von Emotion zu Wirkung zu verschieben.

Was müsste durch die PiFA geschehen, damit die Kunststoffdebatte eine tatsächliche positive Wendung nimmt?

Wir müssen die Diskussion ehrlich und praktisch machen. Wir können die Probleme der Kunststoffverschmutzung nicht leugnen, aber wir sollten das Material nicht nur auf seine Nachteile reduzieren. Ein positiver Wandel geschieht, wenn die internationale Öffentlichkeit aufhört, sich auf Schuldzuweisungen zu konzentrieren, und beginnt, ein industrielles System aufzubauen, das Kunststoff aktiv im Kreislauf hält.

Was kann eine Plattform wie die PiFA erreichen, was einzelne Unternehmen allein nicht können?

Ein einzelnes Unternehmen kann nur seine eigene Geschichte erzählen, aber die Kunststoff-Wertschöpfungskette ist zu komplex, als dass jemand sie allein verändern könnte. Auf Welttouren und bei globalen Messen merkt man schnell, wie isoliert sich einzelne Akteure in ihrem Tagesgeschäft fühlen können. Während diese internationalen Veranstaltungen wie ein lebendiger Schmelztiegel für Brainstorming wirken, bleibt die Branche selbst durch hohe Einstiegshürden stark von großen, etablierten Konzernen dominiert. Genau hier setzt die PiFA an. Die PiFA bündelt diese globale Energie in eine kontinuierliche Bewegung und schafft eine starke kollektive Stimme, die dringend benötigte Vielfalt einbringt. Indem wir asiatische Technologieanbieter mit westlichen Marken verbinden und Türen für jüngere Start-ups und frische Talente öffnen, verwandeln wir isolierte Unternehmensbemühungen in einen glaubwürdigen, faktenbasierten globalen Wandel.

 

Die Mission: Was Da Fon Environmental Technology antreibt.

Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste Grund, warum es Da Fon Environmental Technology überhaupt gibt?

Um zu beweisen, dass Ressourcen nach einmaligem Gebrauch niemals verschwinden sollten. Wir führen Post-Consumer-Kunststoff aus den riesigen asiatischen Liefernetzwerken zurück in die industrielle Wertschöpfungskette. Heute ist unsere Rolle größer als nur die Herstellung von Recycling-Pellets. Unsere wichtigste Arbeit ist der Aufbau der Dateninfrastruktur und der Standards, die Recyclingkunststoff für globale Marken vertrauenswürdig machen, indem wir genau beweisen, woher er kommt.

Was wird durch Da Fon Environmental Technology im Kunststoffmarkt erst möglich?

Wir verwandeln recycelte Kunststoffe von einer billigen Alternative in ein vertrauenswürdiges, strategisches Material. Historisch gesehen standen Unternehmen, die Material aus Asien bezogen, vor instabiler Versorgung und null Rückverfolgbarkeit. Da Fon beseitigt diese Hürden. Der Markt bewegt sich in die Richtung digitaler Produktpässe. Um das zu unterstützen, richten wir die taiwanesischen Standards aktiv an strengen europäischen Vorgaben aus. Wie zum Beispiel bei den geforderten 20 bis 30 Prozent PCR-Anteil. So liegt der Wert nicht nur im physischen Pellet, sondern im nachvollziehbaren Nachweis dahinter.

Welcher Nutzen Ihrer Arbeit ist für Ihre Kunden am wichtigsten?

Der wichtigste Nutzen ist absolutes Vertrauen. Globale Marken kaufen nicht nur Rezyklat; sie brauchen, dass regulatorische und reputationsbezogene Risiken in nachweisbarer Weise verschwinden. Wir geben die Sicherheit, dass unsere Materialien rückverfolgbar sind, die Qualität stabil ist und jedes einzelne Nachhaltigkeitsversprechen strengen internationalen Compliance-Audits standhält.

Was würde im Kunststoffmarkt fehlen, wenn es Da Fon Environmental Technology nicht gäbe?

Dem Markt würde die entscheidende Brücke zwischen Taiwans fortschrittlicher Recyclinginfrastruktur und globalen Kreislauf-Lieferketten fehlen. Ohne Da Fon würden hochwertige PCR-Materialien untergenutzt bleiben. Der Branche würde auch eine entscheidende asiatische Perspektive fehlen: der Beweis, dass Taiwans Fertigungsdisziplin und Rohstoffeffizienz globale Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft im großen Maßstab lösen können.

Abschlussfrage: Was sollte Menschen nach diesem Gespräch über Kunststoff im Kopf bleiben?

Dass Kunststoff selbst nicht der Feind ist. Abfall und Missmanagement sind die Feinde. Ein lineares System, das wertvolle Ressourcen wegwirft, müssen wir ändern. Wenn wir kluges Design, transparente Daten und eine robuste Recyclinginfrastruktur kombinieren, hört Kunststoff auf, eine Umweltherausforderung zu sein, und wird zu einer zentralen Säule einer nachhaltigen Zukunft. Die nächste Ära der Kunststoffe wird nicht nur davon definiert, wer das Material herstellen kann. Sie wird davon definiert, wer die Daten liefern kann, um seinen Wert zu beweisen.

 

Das Interview führte Claudia Wörner, Geschäftsführerin der yes or no Media GmbH.

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