Association
Dominic Fiel, Executive Director of the Plastic is Fantastic Association
Mitglieder im Dialog: Dominic Fiel, Board Member & Executive Director bei Plastic is Fantastic

„Ein gemeinsames Verständnis dafür, was Kunststoff leistet“

26.08.2026

Als Executive Director der Plastic is Fantastic Association erläutert Dominic Fiel im yes or no-Interview die Ziele der Vereinigung und den Nutzen für die Mitglieder. Unter dem Motto „Powerful Material. Global Voice.“ geht es um die Vision, dass Kunststoff in der Öffentlichkeit durch Fakten als unverzichtbarer Werkstoff der modernen Zivilisation verstanden wird.

Das Netzwerk: Die Plastic is Fantastic Association

Warum braucht die Kunststoffbranche heute Plattformen wie die PiFA?

Weil die Herausforderungen zu groß und die Debatte zu komplex sind für Einzelkämpfer. Die Branche braucht Plattformen, die Fakten bündeln, Akteure vernetzen und eine glaubwürdige Stimme schaffen. Die PiFA ist Heimat für alle Kunststoffe und die gesamte Wertschöpfungskette. Es geht um das gemeinsame Verständnis dafür, was Kunststoff für uns leistet.

Welche Zukunftsvision von Kunststoff verbinden Sie mit der PiFA?

Eine Zukunft, in der Kunststoff nicht pauschal verurteilt, sondern intelligent bewertet wird. Er gehört dorthin, wo er ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich Sinn ergibt. Mit minimalem Ressourceneinsatz und maximal geschlossenen Kreisläufen. Unsere Vision: Das Material muss verantwortungsvoll gestaltet, genutzt und konsequent in zirkulären Systemen geführt werden.

Was müsste die PiFA schaffen, damit sich die gesellschaftliche Debatte über Kunststoff nachhaltig verändert?

Die PiFA muss durch Transparenz, Wissenschaft und offene Kommunikation Vertrauen aufbauen. Wenn wir die Diskussion differenzieren und die Rolle von Kunststoff als moderne Nachhaltigkeitslösung verdeutlichen, ist viel erreicht. Wir müssen seine positiven Anwendungen sichtbar machen, wie etwa in der Medizin, bei sicheren Verpackungen oder in Mobilität, Energie und Digitalisierung.

Was kann eine Plattform wie PiFA leisten, was einzelne Unternehmen allein nicht können?

Die PiFA bündelt Perspektiven über Einzelinteressen hinaus. Sie bringt Hersteller, Recycler, Marken und Wissenschaft zusammen. So entsteht ein Gesamtbild, das Unternehmen allein nicht vermitteln können. Wir wollen auch zeigen, dass Kunststoff kein bloßes Produkt ist, sondern ein zukunftsweisendes Innovationssystem.

Wie schützt die PiFA die Branche vor dem Vorwurf des kollektiven Greenwashings?

Indem wir differenzieren statt beschönigen. Greenwashing entsteht bei ausgeblendeten Problemen oder unbelegbaren Versprechen. Die PiFA setzt auf Fakten, Transparenz und nachvollziehbare Beispiele. Wir benennen Vorteile, fordern aber geschlossene Kreisläufe und messbare Lösungen. Glaubwürdigkeit braucht keine perfekten Botschaften, sondern Ehrlichkeit, Belege und konkrete Fortschritte.

 

Die Mission: Was die Plastic is Fantastic Association antreibt

Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste Grund, warum es die PiFA überhaupt gibt?

Die Diskussion über Kunststoff muss wieder auf Objektivität und Tiefgang basieren. Heute ist sie oft emotional aufgeladen und pauschal. Die PiFA versachlicht diese Debatte und zeigt, wo das Material echten Nutzen stiftet. Denn Fakt ist: Ein modernes Leben und technischer Fortschritt funktionieren nicht ohne Kunststoffe.

Welche Diskussion über Kunststoff möchte die PiFA verändern?

Wir möchten weg von „Kunststoff ja oder nein?“, hin zu: „Wie nutzen wir ihn verantwortungsvoll, effizient und kreislauffähig?“ Das Material ist nicht das Problem. Probleme entstehen bei falschem Einsatz oder achtlosem Wegwerfen. Die tragende Rolle von Kunststoffen im modernen Leichtbau oder bei zukunftsweisenden Energietechnologien wird in der Öffentlichkeit oft übersehen.

Wenn die PiFA ein gesellschaftliches Versprechen in Bezug auf Kunststoff formulieren würde – wie würde dieses lauten?

Unser Versprechen lautet: Wir setzen uns für einen ehrlichen, lösungsorientierten Austausch ein. Ziel ist es, Materialien intelligenter zu nutzen, Kreisläufe zu schließen und Vorteile verantwortungsvoll einzusetzen. So wird dieser Werkstoff zum sicheren Fundament für eine nachhaltige Zukunft.

Welcher Nutzen Ihrer Arbeit ist für Mitglieder und Öffentlichkeit am wichtigsten?

Mitgliedern bieten wir Sichtbarkeit, Orientierung und eine gemeinsame Stimme in einer komplexen Debatte. Für die Öffentlichkeit liefern wir verständliche Informationen. Der größte Nutzen: Wir bauen Brücken zwischen Industrie, Wissenschaft, Medien, Politik und Gesellschaft. Die PiFA vereint alle relevanten Perspektiven vom Rohstoff über die Verarbeitung bis hin zur funktionierenden Kreislaufwirtschaft.

Was würde in der Debatte über Kunststoff fehlen, wenn es die PiFA nicht gäbe?

Ohne sie würde die unabhängige Plattform fehlen, die Vorteile, Herausforderungen und Lösungswege faktenbasiert zusammenbringt. Die PiFA macht sichtbar, was einzelne Unternehmen nicht können. Vor allem würde eine Stimme fehlen, die Kunststoff als elementaren Grundbaustein unserer Infrastruktur klarstellt, statt ihn auf Verpackung oder Abfall zu reduzieren.

Abschlussfrage: Was sollte Menschen nach diesem Gespräch über Kunststoff, Recycling und PiFA im Kopf bleiben?

Kunststoff ist weder gut noch schlecht. Entscheidend ist der Weg von der Herstellung über den Einsatz bis zum Recycling. Die PiFA steht für den faktenbasierten Dialog: Richtig genutzt ist Kunststoff der Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft. Unser Ziel bleibt die differenzierte Betrachtung: Verantwortung für die Herausforderungen und Anerkennung für den enormen Nutzen.

 

Das Interview führte Claudia Wörner, Geschäftsführerin der yes or no Media GmbH. 

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